Vorteile der Massivbauweise
Die Massivbauweise gehört seit Jahrhunderten zu den bewährten Bauweisen. In Deutschland wird ein großer Teil der Wohngebäude in Mauerwerksbauweise errichtet.
Stein auf Stein. Solide gebaut.
Die Anforderungen und Qualitätsansprüche an Gebäude steigen stetig. Schallschutz, Wärmeschutz, Brandschutz, Raumklima und viele weitere Aspekte wollen bei der Planung ihrer Immobilie berücksichtigt werden. Gleichzeitig soll Bauen aber bezahlbar bleiben. Auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielen bei der Wahl der Bauweise eine wichtige Rolle.
Egal ob Bauherr, Planer oder Bauunternehmer: Bei so vielen Anforderungen und Ansprüchen fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Damit Sie gut informiert sind, finden Sie hier die wichtigsten Fakten zusammengefasst und erfahren, warum gerade der Mauerwerksbau Ihnen bei diesen Anforderungen ein vielseitiges Gesamtpaket bieten kann.
Downloads
Wohngebäudeversicherungen
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LCEE Studie
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Massivhausstudie
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Mauerwerk und Nachhaltigkeit
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Massiv- und Holzbau bei Wohngebäuden
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Lärm von außen, von den Nachbarn oder auch Geräusche in der eigenen Wohnung werden häufig als störend empfunden. Ungenügender Schallschutz kann das Wohlbefinden beeinträchtigen. Der bauliche Schallschutz gehört daher zu den wichtigen Schutzzielen im Hochbau.
Allgemein gilt: Mit zunehmender Masse eines einschaligen Bauteils kann in der Regel auch dessen Schalldämmung steigen.
Der Massivbau ist eine schwere Bauweise und kann je nach Produkt und Wandaufbau hohe Schalldämmwerte erreichen. Ob der Mindestschallschutz nach DIN 4109 oder erhöhte Anforderungen erfüllt werden, hängt vom verwendeten Produkt, vom gesamten Wandaufbau, von den Anschlüssen und von der fachgerechten Ausführung ab. Die jeweiligen Werte finden Sie in unseren technischen Unterlagen.
Besonders an Wohnungstrennwände oder Treppenhauswände werden hohe Schallschutzanforderungen gestellt. Hierfür stehen beispielsweise Planfüllziegel zur Verfügung. Durch die Betonfüllung gewinnt die Wand an Masse und kann abhängig vom Produkt, Wandaufbau und den Anschlüssen hohe Schalldämmwerte erreichen.
Auch innerhalb der eigenen Wohnung können massive Innenwände zur Reduzierung störender Geräusche beitragen und damit gute Voraussetzungen für angenehme Ruhe schaffen.
Gerade bei hohen Schallschutzanforderungen spielt der Massivbau damit seine Stärken aus. Die konkreten Schalldämmwerte hängen vom gewählten Produkt, vom Wandaufbau, von den Anschlüssen und von der fachgerechten Ausführung ab.
Angenehmes Wohnklima
Ein schlechtes Raumklima kann einen Wohntraum schnell zu einem Albtraum werden lassen. Schimmel, Schadstoffe, unangenehmer Geruch oder „dicke Luft“ sorgen für ein unbehagliches Wohngefühl und können langfristig auch gesundheitliche Folgen haben.
Mineralische Mauerwerksbaustoffe können zu einem emissionsarmen Wandaufbau beitragen. Mauerziegel bestehen überwiegend aus mineralischen Rohstoffen. Mineralische Bestandteile bieten Fäulnis oder Schadinsekten keinen geeigneten Nährboden. Entscheidend für die Eigenschaften des Gebäudes sind der vollständige Wandaufbau, die verwendeten Zusatzprodukte und die fachgerechte Ausführung. Holzbauteile können abhängig von Konstruktion und Beanspruchung zusätzliche Schutz- und Pflegemaßnahmen erfordern.
Bei Häusern aus Stein können mineralische Oberflächen die Feuchteregulierung unterstützen. Kurzzeitig erhöhte Luftfeuchtigkeit kann abhängig vom Wand- und Oberflächenaufbau durch die mineralische Putzoberfläche und das Mauerwerk aufgenommen und gepuffert werden. Bei trockener Luft kann die Feuchtigkeit wieder abgegeben werden. Hierdurch können Feuchtigkeitsspitzen reduziert und eine ausgeglichenere Raumluftfeuchte unterstützt werden.
Auch die Dämpfung hochfrequenter elektromagnetischer Felder kann bei der Planung berücksichtigt werden. Wie hoch die Abschirmwirkung ausfällt, hängt unter anderem vom Baustoff, vom Wandaufbau, von der Wanddicke, von vorhandenen Öffnungen und von der jeweiligen Frequenz ab.
Eine sichere Sache im Brandfall
Das Vermeiden von Brandursachen ist eine Seite, der bauliche Brandschutz im Ernstfall die andere. Dieser beginnt bereits bei der Planung und der Auswahl der Baustoffe.
Unsere Mauerziegel sind nicht brennbar und tragen nicht zur Brandlast des Gebäudes bei. In einem entsprechend geplanten Wandaufbau kann massives Ziegelmauerwerk die Ausbreitung eines Brandes begrenzen und einen hohen Feuerwiderstand erreichen.
Stark im Brandfall: Für zahlreiche Lücking-Ziegelwandaufbauten ist die Feuerwiderstandsklasse REI 90 nachgewiesen. Diese Wandaufbauten erfüllen damit die Anforderungen an Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung im Brandfall für 90 Minuten. Maßgeblich sind der verwendete Stein, die Wanddicke, die Belastung und der Putzaufbau. Die Werte und Voraussetzungen des jeweiligen Produktes finden Sie im Lücking Produkthandbuch 2026.
Auch nach einem Brand kann sich die massive Konstruktion bewähren. Je nach Schadensbild können massive Bauteile erhalten und weitergenutzt werden. Ob dies möglich ist, muss im Einzelfall fachkundig geprüft werden.
Auch bei den Versicherungskosten zeigte sich in einer Kurzstudie ein Vorteil für massive Bauweisen: Die 2017 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau erstellte Untersuchung ermittelte für die untersuchten Modellgebäude und damaligen Tarife niedrigere durchschnittliche Versicherungsprämien für massive Bauweisen. Die heutige Prämie wird vom Versicherer individuell anhand des Gebäudes, des Standorts und des gewählten Versicherungsschutzes festgelegt.
Eine solide und bewährte Bauweise
Der Massivbau hat sich in Deutschland seit vielen Jahrzehnten bewährt. Bei fachgerechter Planung, Ausführung und Instandhaltung ist ein massives Haus auf eine Nutzung über viele Jahrzehnte ausgelegt.
Auch nach Wasserschäden, verursacht zum Beispiel durch einen Wasserrohrbruch oder ein Hochwasserereignis, kann Mauerwerk je nach Art und Umfang des Schadens erhalten werden. Nach Beseitigung der Ursache kann leicht durchfeuchtetes Mauerwerk wieder austrocknen. Bei stärkerer Durchfeuchtung kann eine fachgerechte Bautrocknung erforderlich sein. Holzwerkstoffe und feuchteempfindliche Dämmmaterialien können durch stärkere oder länger anhaltende Feuchtigkeit dauerhaft geschädigt werden, sodass ein Austausch notwendig werden kann.
Bei Wasserschäden kann ein Massivhaus daher abhängig vom Schadensbild Vorteile bei der Trocknung und Sanierung bieten.
Bei der Herstellung werden die mineralischen Rohstoffe unserer Ziegel zu einem robusten Baustoff verarbeitet. Massive Ziegelwände schaffen damit gute Voraussetzungen für widerstandsfähige Wandkonstruktionen. Für einen wirksamen Einbruchschutz kommt es auf das Zusammenspiel von massivem Mauerwerk, geprüften Fenstern und Türen sowie deren fachgerechter Befestigung an.
Auch bei der Luftdichtheit bietet verputztes Ziegelmauerwerk eine bewährte Lösung. Die innere Putzschicht kann die luftdichte Ebene bilden. Anschlüsse, Durchdringungen und Übergänge müssen dafür sorgfältig geplant und fachgerecht ausgeführt werden.
Massivbau in der Ökobilanz
Für globale Zukunftsfragen wie Ressourcenknappheit und Klimawandel gilt die nachhaltige Entwicklung als zentrale Antwort. Rund 40 % des Energieverbrauchs in der EU entfallen auf Gebäude. Bau- und Abbruchabfälle einschließlich Straßenaufbruch machten im Jahr 2023 rund 52,3 % des deutschen Brutto-Abfallaufkommens aus. Die Baubranche trägt daher eine besondere Verantwortung für die Umsetzung von Nachhaltigkeits- und Klimazielen.
Lange galt: Wer ökologisch und nachhaltig bauen will, der muss mit Holz bauen. Nachwachsende Rohstoffe wie Holz sind jedoch nicht die einzigen Baustoffe, die in Ökobilanzen gute Ergebnisse erreichen können.
Eine im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau erstellte LCEE-Studie aus dem Jahr 2016 zeigt, dass die untersuchten Mauerwerks- und Holzbauvarianten bei einem Betrachtungszeitraum von 50 Jahren in den bewerteten Ökobilanzkriterien dieselbe NaWoh-Bewertung erreichen. Bei der ergänzenden Berechnung über 80 Jahre nähern sich die Ergebnisse beim Treibhauspotenzial an. Beim Versauerungspotenzial und beim gesamten Primärenergiebedarf liegen die untersuchten Mauerwerksvarianten günstiger als die Holzbauvarianten. Die Ergebnisse gelten für das untersuchte Mehrfamilienhaus und die Annahmen der Studie.
Ein wichtiger Teil der Umweltwirkungen von Mauerwerk entsteht bereits bei der Rohstoffgewinnung und Herstellung. Die räumliche Nähe von Abbaugebieten und Produktionsstandorten kann Transportwege verkürzen.
Nach Abschluss des Rohstoffabbaus werden die jeweiligen Abbauflächen entsprechend den behördlichen Vorgaben rekultiviert oder renaturiert. Dabei können neue Biotope und Lebensräume entstehen. Holz kann seinen Vorteil als nachwachsender Rohstoff vor allem bei nachhaltiger Bewirtschaftung entfalten. Bei importiertem Holz beeinflussen außerdem Herkunft und Transportweg die Umweltwirkungen.
Im Rahmen des angewandten NaWoh-Kriteriums ordnet die LCEE-Studie Mauerwerk hinsichtlich der dort untersuchten Stoffgruppen als unkritisch ein. Sortenreiner Ziegelbruch aus der Produktion kann erneut als Magerungsmittel eingesetzt werden. Mineralisches Abbruchmaterial lässt sich abhängig von Materialart, Sortenreinheit und Qualität aufbereiten und weiterverwerten.
Nach dem Monitoring-Bericht 2022 wurden rund 90 % der mineralischen Bau- und Abbruchabfälle einer Verwertung zugeführt. Diese Quote gilt für die gesamte Gruppe der mineralischen Bau- und Abbruchabfälle. Ein großer Teil wird im Straßen- und Erdbau eingesetzt. Je nach Qualität sind weitere Verwertungswege möglich. Forschungsprojekte entwickeln zusätzliche Möglichkeiten für eine höherwertige Nutzung.
Insgesamt gilt:
Ökobilanz ist mehr als eine Materialfrage. Wir bauen auf Ziegel.
Flexibilität bei Bau und Nutzung
Serielle Vorfertigung ist längst nicht mehr nur dem Holzbau vorbehalten. Mit unseren Lücking-Ziegelelementen werden geschosshohe, tragende Mauertafeln aus Lücking-Planziegeln bereits im Werk vorgefertigt. Je nach Planung können dabei unter anderem Rollladenkästen, Stürze, Ringanker und weitere Einbauteile berücksichtigt werden. Das reduziert die Arbeiten auf der Baustelle und kann die Fertigstellung des Rohbaus beschleunigen. Wie groß der Zeitvorteil ausfällt, hängt vom jeweiligen Bauvorhaben, dem gewählten Wandsystem und dem Montageablauf ab.
Weitsichtiges Planen zahlt sich auch langfristig aus. Schließlich soll ein Haus nicht nur heute, sondern auch in vielen Jahren zu den Bedürfnissen seiner Bewohner passen. Massive Konstruktionen bieten gute Voraussetzungen, um spätere Veränderungen bereits bei der Planung mitzudenken.
Wände versetzen oder entfernen, neue Öffnungen schaffen oder das Gebäude aufstocken? Mit vorausschauender Planung bleibt vieles möglich. Welche Veränderungen tatsächlich umgesetzt werden können, hängt vom vorhandenen Tragwerk und dem konkreten Vorhaben ab und muss statisch geprüft werden.
Im Winter warm, im Sommer angenehm kühl.
Massive Wände können Wärme aufnehmen, speichern und zeitversetzt wieder an den Raum abgeben. Dadurch werden Temperaturschwankungen abgemildert. Im Sommer erwärmen sich die Räume langsamer. In der kühleren Jahreszeit bleibt gespeicherte Wärme länger im Gebäude.
Eine Simulationsstudie aus dem Jahr 2015 verglich ein definiertes Einfamilienhaus in fünf verschiedenen Bauweisen. Unter den angesetzten Bedingungen lag die maximale sommerliche Raumtemperatur der untersuchten Ziegelvariante 1,1 K unter der Holzrahmenvariante. Der rechnerische Heizenergiebedarf lag in diesem Modellvergleich 8 % niedriger.
Die Werte gelten für das untersuchte Modellhaus und die angesetzten Rahmenbedingungen. Wie sich die Wärmespeicherung im konkreten Gebäude auswirkt, hängt auch von Dämmstandard, Fensterflächen, Verschattung, Lüftung, Gebäudetechnik, Standort und Nutzung ab.
Gut geplant unterstützt massives Ziegelmauerwerk ausgeglichenere Raumtemperaturen und einen effizienten Energieeinsatz.
Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus
Ein Haus ist eine langfristige Investition. Deshalb zählen nicht nur die Kosten beim Bau. Auch Betrieb, Instandhaltung, Werterhalt und spätere Umbauten beeinflussen, wie wirtschaftlich ein Gebäude über viele Jahre ist.
Die ARGE-Studie „Massiv- und Holzbau bei Wohngebäuden“ aus dem Jahr 2015 zeigt für die untersuchten Modellgebäude einen klaren Kostenvorteil für Mauerwerk. Bei Einfamilienhäusern lagen die Baukosten der Holzvarianten rund 4,1 bis 4,3 % höher als bei den Mauerwerksvarianten. Bei Mehrfamilienhäusern waren es rund 4,7 bis 6,0 %. Verglichen wurden die Kosten für Baukonstruktion und Gebäudetechnik.
Die Werte beruhen auf den Modellgebäuden, Ausführungsvarianten und dem Kostenstand der Studie. Die tatsächlichen Kosten eines heutigen Bauvorhabens hängen unter anderem von Gebäudegröße, Ausstattung, Konstruktion, Region, Anbieter und Marktlage ab und müssen für jedes Projekt aktuell ermittelt werden.
Massiv bauen heißt langfristig planen: mit Blick auf Baukosten, Nutzung, Instandhaltung und Werterhalt.





